Ernährungsmythen

9 Ernährungsmythen, die niemals aussterben

Wer die Kohlenhydrate weglässt, nimmt ab.

Das ist eine Aussage, die wir beide sicherlich schon einmal gehört haben.

Leider stimmt das so nicht. Jedenfalls nicht wirklich.

Dass Kohlenhydrate “Dickmacher” sind, ist ein Mythos, der sich seit langem hält. Und vermutlich auch noch ewig halten wird.

Manche dieser Mythen hindern uns am Abnehmen und sorgen dafür, dass wir auf der Stelle treten.

Je besser Du über diese Mythen informiert bist, desto mehr Geld, Zeit und Frust wirst Du Dir sparen. Und genau über einige dieser Mythen möchte ich Dich in diesem Artikel aufklären.

Bereit? Dann lass uns loslegen.

1. Fett macht fett

Diäten im 20. Jahrhundert haben Stein und Beiß drauf geschworen: Fett macht fett.

Alle Diäten haben dazu geraten, so wenig Fett wie nur irgendwie möglich zu essen. Irgendwie macht das auch Sinn, oder? Genau das wollen wir von unserem Körper verbannen. Warum sollten wir es dann essen?

Nun, weil es lebensnotwendig ist.

Mittlerweile ist die Forschung ein ganzes Stück weiter und wir wissen, dass wir Fette unter anderem für folgende Dinge benötigen:

  • Zellschutz
  • Hormonhaushalt
  • Hirnfunktion

Aber nicht nur das. Fett ist auch Geschmacksträger und lässt Gerichte besser schmecken.

Wir dürfen es also nicht einfach aus unserer Ernährung streichen. Spröde Haut, Konzentrationsschwächen und ein gestörter Hormonhaushalt können die Folge sein.

Es gibt jedoch ein Problem mit Fett.

Fett ist sehr kaloriendicht. 1g Fett enthält 9 Kalorien. Kohlenhydrate und Protein hingegen nur 4 Kalorien.

Es ist also sehr leicht, durch Fett aus Versehen zu viele Kalorien zu sich zu nehmen. Es macht einen großen Unterschied, ob Du auf Dauer 2 oder 5g Butter zum Anbraten nutzt oder anstatt 15g Nüsse 20g Nüsse.

Die Empfehlung lautet daher: Iss 0,8g-1g Fett pro Kilogramm Körpergewicht jeden Tag, aber nicht mehr. So verhindern wir die Konsequenzen eines Fett-Mangels, aber laufen auch nicht Gefahr, zu viele Kalorien aufzunehmen.

Fett macht definitiv nicht fett!

2. Nüchternes Cardiotraining verbrennt mehr Kalorien

Hast Du das auch schon mal gehört?

Wenn Du direkt morgens Ausdauersport machst, ohne vorher etwas gegessen zu haben, verbrennst Du mehr Kalorien.

Die Logik, die dahintersteckt, ist folgende:

Wenn keine Energie zugeführt wurde, MUSS der Körper ja an die eigenen Fettreserven und dadurch nehme ich schneller ab. Oder?

Klingt auf Anhieb logisch. Und ja, tatsächlich verbrennst Du während dem Cardio dann mehr Fett. Aber…

Über den Tag lagerst Du dann mehr ein. Es gleicht sich also wieder aus. Wenn Du am Ende des Tages 2000 Kalorien aufgenommen hast, wirst Du nicht mehr abnehmen, nur weil Du auf nüchternen Magen Cardiotraining gemacht hast.

Ausdauersport auf leeren Magen hat aber einen Vorteil.

Es unterdrückt Hunger. Und dafür habe ich es auch oftmals benutzt, gerade beim Intervallfasten.

Kalorien ausrechnen

Wenn ich also Hunger bekam, habe ich mich auf’s Fahrrad gesetzt und somit die Zeit von der einen zur nächsten Mahlzeit überbrückt. Das mache ich heute noch so.

Aber es verbrennt nicht mehr Kalorien. Leider.

3. Frische Lebensmittel sind immer besser

Das Wort “frisch” hört sich für uns erst einmal sehr gut an. Frische Ware muss doch besser sein, als Abgepackte oder Tiefgefrorene, oder?

Tatsächlich muss das nicht sein.

Gemüse beispielsweise wird nach der Ernte sofort schockgefrostet und tiefgefroren. Dabei bleiben fast alle Vitamine und Mineralien enthalten.

Gerade so etwas wie Beeren oder Brokkoli eignen sich hervorragend, um tiefgefroren verkauft zu werden. Oftmals ist die gefrorene Variante nicht nur günstiger, sondern hält sich auch länger.

Lebensmittel in Dosen sind hingegen nicht zu empfehlen. Denen werden Konservierungsstoffe und nicht selten auch Zucker beigemischt. Man denke einfach mal an die Ananas in der Dose, welche in Zuckerwasser eingelegt wurde. Das muss nicht sein.

Frisch ist natürlich am besten, aber auch teurer. Tiefgefrorene Waren sind eine hervorragende (und meist günstigere) Alternative!

4. Kohlenhydrate sind Dickmacher

Was ist passiert, als man herausfand, dass Fett nicht fett macht?

Richtig: Man musste eine neue Sau durch’s Dorf jagen: Die Kohlenhydrate.

(Irgendwer muss ja Schuld an dem ganzen Übergewicht sein)!

Die Gleichung lautet wie folgt:

Je mehr Kohlenhydrate wir essen, desto mehr Insulin produzieren wir. Desto mehr Insulin wir produzieren, desto mehr Fett lagern wir ein.

Aaaaaaalso…

Je mehr Kohlenhydrate wir essen, desto dicker werden wir!

Aber das ist leider etwas zu kurz gedacht. Es stimmt schon, dass wir mit dem Insulin ein wenig aufpassen müssen, aber wenn wir weniger Kalorien aufnehmen als wir brauchen, kann der Körper auch kein Fett einlagern. Ob Insulin da ist, oder nicht.

Dennoch bin ich ein Verfechter von Low Carb Diäten.

Denn sie sind

  • simpel, sodass jeder weiß, wie sie funktionieren
  • erfordern wenig Aufwand
  • durch den anfänglichen Wasserverlust sehr motivierend.

Darüber hinaus sind sie auch sehr alltagstauglich. Man muss keinerlei exotischen Lebensmittel essen oder sich groß umstellen: Man reduziert einfach einen der Makronährstoffe. Fertig.

Und obwohl Low Carb Diäten oftmals sehr erfolgreich sind, liegt das nicht daran, dass Kohlenhydrate per sé dick machen. Durch eine Low Carb Diät nimmt man einfach automatisch weniger Kalorien auf (wer kein Brot mehr isst, isst auch keinen fettigen Belag mehr).

Solange wir also ein Kaloriendefizit erzielen, werden wir auch mit vielen Kohlenhydraten abnehmen.

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5. Nahrungsergänzungsmittel sind notwendig

Wurdest Du auch schon mal auf Facebook von irgendjemanden angeschrieben, der Dir Pillen und Pulver andrehen wollte?

Die meisten von uns haben eine regelrechte Phobie gegen Nahrungsergänzungsmittel entwickelt. Und das zu Recht: 90% der Pillen und Pulver sind Schwachsinn.

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Es gibt allerdings ein paar wenige, die durchaus sinnvoll sind. Es ist bekannt, dass die Deutschen in der Regel einen Vitamin D3 Mangel haben (vor allem im Winter). Vitamin D3 über die Nahrung aufzunehmen ist sehr schwer, daher kann ein Nahrungsergänzungsmittel hier Sinn machen.

Ein weiteres Beispiel sind Omega-3 Kapseln. Diese sind unter anderem gut für den Hormonhaushalt, die Hirnfunktion oder auch das Immunsystem. Aber Hand auf’s Herz: Wer von uns isst wöchentlich fettigen Lachs, um genügend Omega-3 Fettsäuren aufzunehmen? Kaum jemand. Daher macht eine Ergänzung hier ebenfalls Sinn.

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Kein Nahrungsergänzungsmittel ist notwendig um abzunehmen oder gesund zu sein. Keines. Das ein oder andere kann allerdings sehr sinnvoll sein.

6. Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages

Wusstest Du, dass diese Aussage von der Müsli-Industrie verbreitet wurde, um mehr zuckerhaltige Cornflakes zu verkaufen?

Und wenn ich ehrlich bin, dachte ich das auch immer. Bis ich das Intervallfasten ausgetestet habe.

Wer es nicht kennt: Dabei isst man nur in einem Zeitfenster von 8 Stunden, also beispielsweise von 12-20 Uhr.

Und siehe da … das Frühstück ist nicht so wichtig, wie gedacht. Klar, anfangs war es ungewohnt und ich hatte die Befürchtung, keine Energie zu haben, wenn ich morgens nichts esse.

Aber genau das Gegenteil war der Fall. Indem ich den Insulinspiegel morgens gezielt niedrig gehalten habe, wurde ich viel wacher und fokussierter.

Klingt komisch, ist aber so.

Und seitdem frühstücke ich nicht mehr. Ich stehe um 6 Uhr auf und nehme die erste Mahlzeit gegen 10 Uhr zu mir. Daran muss man sich gewöhnen, aber es funktioniert hervorragend.

Es gibt auch einige Studien zu dem Thema Frühstück. Die einen sagen, dass routinierte Frühstücker mehr Gewicht verloren haben. Andere Studien sagen, dass man ohne Frühstück besser abnimmt, weil man sich Kalorien spart.

Unter dem Strich: Falls das Frühstück für Dich unverzichtbar ist, behalte es bei. Es ist allerdings nicht notwendig. Vermutlich hilft es Dir aber dabei, Deine Ernährung durchzuhalten – und darauf kommt es am Ende des Tages an.

7. Du musst Dich “sauber” Ernähren

Gerade beim Abnehmen heißt es schnell, dass man keine Chips, Schokolade oder Kuchen essen dürfe. Keine Süßigkeiten und nichts, das schmeckt. Nada.

Dem stimme ich nicht zu.

9/10 Diäten scheitern am Heißhunger. Über 1-2 Wochen schafft man es, auf Süßes zu verzichten. Aber irgendwann wirft man Freunden und Kollegen dann doch neidische Blicke rüber, wenn sie in den Schokoriegel beissen.

Wie endet das Ganze?

Nach ein paar Wochen des Verzichts legen wir jegliche Zügel ab und essen nicht nur einen Schokoriegel, sondern direkt eine Packung. Und eine Tüte Chips. Und einen Becher Eis.

(Oder ist das nur bei mir so?)

Wir können uns einfach nicht kontrollieren. Um solche “Fress-Flashs” zu verhindern, müssen wir solche Lebensmittel strategisch in den Ernährungsplan einbauen, wie ich es in meinem Blogbeitrag “7 Tipps, um Diäten durchzustehen” beschrieben habe. Dafür nutze ich gerne die 80/20 Regel.

Süßigkeiten Kalorien berechnen

Solange Du Dich zu 80% nach Plan ernährst, dürfen 20% auch Süßigkeiten sein. Das kannst Du wie folgt umsetzen:

  • Option 1: Du isst jeden Tag ein paar Kalorien Schokolade (100-150 Kcal)
  • Option 2: Du isst einmal die Woche eine Schummelmahlzeit (keinen Schummeltag)

Meiner Erfahrung nach fahren die meisten mit Option 2 besser, da es sehr schwer ist, sich nach 150 Kalorien Schokolade zu zügeln.

Meine Regel lautet: Je verarbeiteter das Lebensmittel, desto schlechter ist es. Wir sollten beim Abnehmen darauf achten, dass wir überwiegend unbehandelte Lebensmittel essen. Also solche, die man idealerweise direkt vom Baum pflücken, vom Metzger holen oder ernten kann. Lebensmittel, wie

  1. Reis
  2. Obst
  3. Gemüse
  4. Haferflocken
  5. Fisch
  6. Mageres Fleisch

… Aber ein Kinder Bueno schmeckt einfach besser. Und das muss auch hin und wieder mal drin sein.

Wenn Dir die gelegentliche Schummelmahlzeit dabei hilft die Diät durchzustehen, hat sie ihre Berechtigung. Auch, wenn sie nicht “sauber” ist.

8. Du musst deinen Körper “entschlacken”

Sogenannte “Detox” oder Saftkuren sind derzeit sehr beliebt.

Nach nur wenigen Wochen sollst Du gereinigt sein von all dem …

Ja, von was eigentlich?Gute Frage.

Eine Untersuchung von 2009 ergab, dass keiner der befragten Hersteller der “Entschlackungs-“ und “Saftdrinks” die Gifte nennen konnte, von der der Körper durch ihre Produkte gereinigt werden sollte.

Sehr interessant. Die Hersteller wissen also gar nicht, was sie da verkaufen. Denn “Schlacke” gibt es nicht. Dein Körper ist nicht vergiftet und muss durch keine Saftkur “entschlackt” werden.

Fakt ist: Saftkuren sind eine Geldverschwendung. Aber warum sind sie dann so beliebt?

Durch den schnellen Gewichtsverlust. Wer nur Saft trinkt, wird Gewicht verlieren. Keine Frage. Aber leider nur Wasser – kein Fett.

Sobald man wieder normal isst, nimmt man wieder zu.

Die bessere Alternative

Willst Du deinem Körper mal etwas Gutes tun und reinigen?

Dann versuch es einmal mit einer 3-4 wöchigen Fastenphase. Nein, keine Angst, Du sollst nicht 1 Monat lang nichts essen, sondern Intervallfasten einsetzen.

Iss 3-4 Wochen lang nur 8 Stunden am Tag und faste die restliche Zeit. So hat der Körper Zeit, Reparaturprozesse im Körper einzuleiten, weil er nicht dauernd mit der Verdauung beschäftigt ist.

Dadurch können sich Darmzellen erneuern und Du wirst merken, dass Du eine deutlich bessere Verdauung bekommst.

Das ist die deutlich bessere Alternative zur Saftkur.

9. Proteinpulver ist unnatürlich

Wenn man Bekannte und Familie nach Proteinpulver befragt, bekommt man meist eine der folgenden Antworten:

  1. Das ist nur was für Bodybuilder
  2. Pulver ist unnatürlich

Leider lassen sich viele von der Pulverform beeinflussen. Nur, weil ein Lebensmittel in Pulverform daherkommt, ist es nicht unnatürlich. Mehl kommt ebenfalls in Pulverform daher und kaum einer würde behaupten, dass Mehl unnatürlich sei.

Proteinpulver ist ein Nebenprodukt bei der Käseherstellung. Es ist genau so natürlich, wie Käse auch. Ich gehe soweit und behaupte, dass es eine Lebensmittel ist und keine Nahrungsmittelergänzung.

Fakt ist, dass Proteinpulver eine günstige, leckere und schnelle Methode ist, seinen Proteinbedarf zu erhöhen. Ich weiß, dass es durch die “Abnehm-Shakes” einen schlechten Ruf bekommen hat, aber dieser ist wirklich unbegründet.

Proteinpulver ist kein Wundermittel, durch das man magisch abnimmt, aber auch keine Geldverschwendung. Es ist ein Lebensmittel, das sich ideal für jeden eignet. Nicht nur Bodybuilder.

Ich empfehle jedem einen Proteinshake am Tag zu trinken, da man so sehr einfach seine Proteinzufuhr erhöhen kann. Es ist quasi so, als esse man 150g Putenbrust – nur schmeckt es sehr viel besser :).

Also: Nein, Proteinpulver ist definitiv nicht unnatürlich. Es ist genau so natürlich, wie Käse auch.

Abschließende Worte

Das sind sie, die 9 großen Ernährungsmythen, die wohl niemals aussterben werden. Leider geistern dort draußen noch sehr viel mehr rum, aber alle aufzugreifen würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Welche dieser Mythen hast Du schon gehört? Hast Du bislang vielleicht sogar an eine geglaubt? Schreib’ es in die Kommentare!

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