Die 10 meist gestellten Fragen zum Thema Abnehmen beantwortet

”Wie viele Kalorien darf ich essen?”
”Warum habe ich nicht abgenommen? Ich habe nur 500 Kalorien gegessen!”
”Machen Kohlenhydrate echt dick?”

Dort draußen kursieren viele Halbwahrheiten und Mythen um das Thema Abnehmen. Ich glaube, kein anderes Thema sorgt für so viele Fragen.

Besonders schlimm wird es, wenn irgendwelche selbsternannten Fitness-Gurus, die eigentlich gar keine Ahnung haben wovon sie da reden, ihren Senf dazugeben.

(Und dann auch noch glauben, sie wüssten wie es geht, weil sie irgendeinen Artikel auf einer dubiosen Webseite gelesen haben).

Daher möchte ich nach 6 Jahren Erfahrung hiermit die meist gestellten Fragen zum Thema Abnehmen beantworten.

Falls Du auch eine Frage zu dem Thema hast, solltest Du diesen Artikel lesen. Vermutlich wird er sie Dir beantworten und dafür sorgen, dass Du dein Abnehmziel schneller erreichst ????

1. Machen Kohlenhydrate wirklich dick?

Fangen wir direkt mal mit dem Klassiker an, den Kohlenhydraten.

Aus dem Low Carb Trend sind hunderte Unternehmen und Geschäftsmodelle entwachsen. Denk nur einmal an die unzähligen Low Carb Varianten und Ersatzprodukte.

Und genau das solltest du bei jeder Ernährungsform im Hinterkopf behalten: Es steckt meist ein Unternehmen dahinter, das wirtschaftliche Interessen verfolgt.

Das heißt nicht, dass LowCarb Produkte schlecht sind oder Abzocke (ganz im Gegenteil, meiner Meinung nach), aber das musst Du im Hinterkopf behalten.

Aber wie kommt es zu der Annahme, Kohlenhydrate machen dick?

Hier liegt der ”Insulin-Trugschluss” vor.

Kohlenhydrate sorgen für einen Insulin-Ausstoß. Wenn der Insulinspiegel permanent zu hoch ist, lagert der Körper auch ununterbrochen Fett ein, da Insulin ein Speicherhormon ist und dem Körper zu verstehen gibt, Nährstoffe einzulagern.

Die logische Schlussfolgerung lautet also: Je mehr Kohlenhydrate ich esse, desto höher mein Insulinspiegel, desto mehr Fett lagere ich ein, desto dicker werde ich. Also machen Kohlenhydrate dick.

Oder?

Nein, so leicht ist das leider nicht. Das klingt zwar alles plausibel, aber diese Rechnung vergisst einen entscheidenden Faktor: Die Kalorienbilanz.

Wenn Du am Ende des Tages nicht genug Energie aufgenommen hast, kann der Körper auch kein Fett einlagern. Woher soll er die Energie zum Einlagern nehmen, wenn Du sie ihm nicht zuführst?

Natürlich ist Insulin ein Faktor für das Übergewicht in Deutschland und ein dauerhaft erhöhter Spiegel ist definitiv nicht gesund, aber alles einfach auf das Insulin zu schieben, ist zu kurz gedacht. Es entscheidet immer die Kalorienbilanz.

Kohlenhydrate machen indirekt dick

Kohlenhydrate machen also nicht direkt dick. Aber indirekt.

Wenn Du täglich immer nur simple Kohlenhydrate, wie beispielsweise

  • Weissbrot
  • Kartoffeln
  • Mehl

Isst, steigt dein Insulinspiegel schnell an und fällt anschließend wieder schnell ab. Das führt zu Heißhungerattacken, die wiederum sehr wohl dick machen ????.

Daher solltest Du eher auf Vollkornvarianten setzen, um mit Kohlenhydraten richtig abzunehmen. So steigt der Insulinspiegel gleichmäßiger an und es kommt nicht zu Heißhungerattacken.

Unter dem Strich: Nein, Kohlenhydrate machen nicht dick. Aber Du musst mit ihnen umzugehen wissen.

2. Gibt es fettverbrennende Lebensmittel?

Die direkte Antwort lautet: Nein.

“Fettverbrennende Lebensmittel” ist ein Marketing Begriff. Lebensmittel, die aktiv Fett verbrennen sollen, gibt es in dieser Form nicht. Du kannst Dir merken: Wenn Dir versprochen wird, dass ein Lebensmittel Dir die Arbeit abnehmen kann (also Fett verbrennen), ist es Betrug.

Schlaue Marketing-Experten setzen dabei auf das Prinzip der “negativen Kalorien”. Das heißt, dass manche Lebensmittel dafür sorgen sollen, dass Du mehr Kalorien verbrennst, als sie liefern. Aber…

Das kann nicht funktionieren. Niemals.

Negative Kalorien
Negative Kalorien? Gibt es nicht

Die Physik lehrt uns, dass Energie nicht einfach verschwinden kann. Kalorien können nicht einfach entstehen und können nicht einfach verschwinden. Das ist ein Naturgesetz.

Es gibt nur ein einziges Lebensmittel, das mehr Energie verbrennt, als es liefert: Kaltes Wasser.

Wasser liefert keine Kalorien, allerdings muss der Körper es auf Körpertemperatur aufheizen. Dieser Prozess kostet Kalorien. Abgesehen davon gibt es kein Lebensmittel, das mehr Energie verbrennt, als es liefert.

Es gibt allerdings fettverbrennendere Lebensmittel.

Was das ist? Erkläre ich Dir gerne.

Manche Nährstoffe liefern weniger Kalorien, als andere. Das kann unter anderem daran liegen, dass der Körper bei der Verdauung viel Energie aufwenden muss. Das kostet Kalorien.

Fett beispielsweise wird vom Körper sehr effizient verarbeitet. Proteine hingegen müssen erst in ihre einzelnen Bestandteile zerkleinert werden.

Das kostet Energie.

Sie sind somit theoretisch “fettverbrennender”, als Nahrungsfette, da ein Teil der Kalorien direkt für die Verdauung drauf geht.

Unter dem Strich: Nein, kein Lebensmittel der Welt kann dafür sorgen, dass Du mehr Kalorien verbrennst, als es liefert.

3. Wie zähle ich richtig Kalorien?

Zunächst einmal möchte ich jedem ans Herz legen, mal seine Kalorien zu zählen. Mindestens 1-2 Wochen lang.

Wir alle unterschätzen unsere Kalorienzufuhr. Wir essen vermutlich sehr viel mehr, als wir glauben.

Wenn Du wirklich 2 Wochen lang jeden Tag aufzeichnest, was in deinem Mund landet und Kalorien hat, wirst Du über die Zahl vermutlich schockiert sein.

Aber wie machst Du das am besten?

Früher mussten wir Stift und Papier nehmen und alles selber nachschauen. Nicht gut.

Heutzutage haben wir Apps, die uns den absoluten Großteil der Arbeit abnehmen.

Empfehlenswert hier sind:

  • MyFitnessPal
  • FatSecret

Wenn Du eine dieser Apps verwendest, kannst Du nicht viel falsch machen. Nahrungsmittel auswählen, Mengenangabe eingeben, fertig.

Das machst Du einfach für alles, was Du am Tag isst.

Eine Alternative für den PC ist übrigens die Seite www.fddb.info – Auch hier kann man einfach nach den Lebensmitteln suchen und erfährt Kaloriengehalt, Proteine, Kohlenhydrate, Fette etc.

Hier habe ich für euch ein Video gedreht, wie man mit MyFitnessPal am Handy seine Kalorien zählen kann. ????

[responsive_video type=’vimeo’]https://vimeo.com/256573768[/responsive_video]

Unter dem Strich: Der entscheidende Faktor ist Ehrlichkeit. Beim Kalorienzählen musst Du ehrlich zu Dir sein. Du musst auch die Chips dokumentieren, die Du vielleicht genascht hast. Leider machen das die wenigsten, aber im Endeffekt betrügt man sich nur selbst.

4. Wie erkenne ich sinnlose Nahrungsergänzungsmittel?

Uff, Nahrungsergänzungsmittel.

Ich bin ein Junkie. Ich habe schon wirklich viel, viel, vieeeel Geld dafür ausgegeben. Ich kenne so einiges.

Und kann Dir sagen: 90% sind Schrott.

Ich orientiere mich größtenteils an 2 Regeln:

  1. Klingt es zu gut, um wahr zu sein? Dann ist es das vermutlich auch.
  2. Verspricht es Dir, die Arbeit abzunehmen? Dann ist es Betrug.

Bestes Beispiel sind sogenannte “Abnehmshakes”. Dabei handelt es sich lediglich um Proteinpulver mit beigemischten Vitaminen und Mineralien.

Das war’s. Mehr ist es nicht. Aber dafür kostet es 3 Mal so viel, wie herkömmliches Proteinpulver.

Um wirklich entscheiden zu können, welche Produkte wirken und welche nicht, müsste man die Inhaltsstoffe analysieren. Aber vermutlich haben die meisten keine Lust darauf.

Unter dem Strich: Auch, wenn es wirklich schwer ist, große Versprechungen zu ignorieren, solltet ihr es tun. Die Nahrungsergänzungsmittel-Industrie ist wirklich dreckig und verkaufen ihren Kunden meist nur Hoffnungen und Feenstaub. Nur leider hilft das nicht.

[thrive_text_block color=”note” headline=”Empfohlene Nahrungsergänzungsmittel”]
Die wirklich empfehlenswerten Nahrungsergänzungsmittel sind meist günstig und es wird keine Werbung für sie gemacht. Es sind auch wirklich nur eine Hand voll. Ich empfehle:

Und das war es. Das reicht für den Großteil vollkommen aus.[/thrive_text_block]

Hier findest Du noch 3 Nahrungsergänzungsmittel, die Du Dir definitiv sparen kannst.

5. Wie verhindere ich essen aus Langeweile oder Frust?

Indem Du das Übel an der Wurzel packst.

Hier ist das große Problem, das vielen zum Verhängnis wird: Essen beschäftigt.

Langeweile führt fast immer zum Kühlschrank oder zu den Süßigkeiten, denn essen beschäftigt. Das mag leichter klingen als gesagt, aber Du solltest Dir eine Beschäftigung suchen.

Ein weiteres Problem ist, dass Essen für viele zum Ritual geworden ist.

Warum sind die Chips vor dem Fernseher so beliebt? Weil es zur Routine geworden ist. Es gehört einfach dazu.

Falls das bei Dir auch der Fall ist, solltest Du das Essen durch irgendetwas ersetzen. Stricken, ein Buch lesen oder von mir aus sogar auf dem Handy spielen. Irgendetwas, das die Routine bricht.

Frustessen entsteht hingegen meist aus Enttäuschung. Das kann natürlich persönliche Gründe haben, aber hier ist ein großer Fehler, den sehr viele begehen.

Sich Süßigkeiten streng verbieten.

[thrive_leads id=’4195′]

Wenn Du sie Dir verbietest, dann aber schwach wirst und zugreifst, bist Du enttäuscht von Dir. Du hast quasi versagt, warst nicht stark genug.

Die Folge? Du isst mehr und mehr, weil Du Dir denkst “Naja, jetzt ist’s auch egal.”

Wenn Du sie hingegen von vornherein integrierst, hältst Du Dich nur an deinen Plan, wenn Du sie isst. Das ist ein sehr großer Unterschied.

Unter dem Strich: Essen beschäftigt. Das kann zum Problem werden. Beschäftige Dich und baue Süßigkeiten von vornherein in deinen Ernährungsplan ein.

6. Wie erkenne ich einen guten Coach?

Ergebnisse.

Idealerweise hat derjenige an seinem eigenen Körper bewiesen, dass er weiß, wovon er spricht. Wenn nicht am eigenen Körper, dann an dem von Kunden.

Abnehmen ist keine Theorie, sondern Praxis.

Es gibt hunderte, tausende Diätstrategien, die allesamt nicht funktionieren. Und warum?
Weil sie an der Realität scheitern.

Warum funktioniert die Kohlsuppen-Diät nicht?
Es liegt nicht daran, dass man davon nicht abnimmt, denn das tust Du definitiv, wenn Du nur Kohlsuppe isst. In der Theorie hört es sich also wunderbar an.

Aber niemand hält es durch, mehrere Wochen nur Kohlsuppe zu essen. Es scheitert an der praktischen Umsetzung. Und was bringt Dir ein gutes Konzept, wenn Du es nicht umsetzen kannst?

Lass Dich also nicht von Geschwafel beeindrucken, sondern lass Dir Resultate zeigen. Das ist, was zählt.

”Und was ist mit Lizenzen?”

Kannst Du davon ausgehen, dass jemand weiß, wovon er redet, wenn er eine Trainerlizenz vorzuweisen hat?

Jein.

Abnehmen
Fitnesstrainer A-Lizenz

Ich habe 2 Fitnesstrainerlizenzen. Klar, ich habe dadurch Grundwissen erlangt und könnte sicherlich basierend darauf den ein oder anderen guten Ratschlag ausgeben.

Aber die Lizenzen alleine reichen nicht. Das ist nach wie vor nur Theorie.

Ich würde von mir selber behaupten, dass ich ein guter Coach bin, weil ich selber fast 70 Kilo abgenommen habe. Ich weiß, wie es sich anfühlt zu hungern, zu leiden und aufgeben zu wollen. Ich kann mich tatsächlich in andere Leute hineinversetzen, weil ich es alles selber durchlebt habe.

Das halte ich für eine wichtige Komponente, die der Trainerschein einem nicht beibringt. Lizenzen sind schön und gut, aber sie garantieren nicht, dass der “Trainer” wirklich weiß, wovon er redet.

Unter dem Strich: Einen guten Coach erkennst Du daran, dass er Resultate erzielt hat. Idealerweise am eigenen Körper, zumindest aber bei anderen. Abnehmen ist Praxis, keine Theorie.

7. Woher weiß ich, wie viele Kalorien ich essen darf?

Die Kalorienzufuhr ist das A und O. Ohne Kaloriendefizit kein abnehmen.

Das wissen wir alle. Wir müssen also herausfinden, wie viele Kalorien wir essen dürfen.

Also Google ich einfach mal “Kalorienrechner”, denkst Du Dir vielleicht.

Aber bitte, bitte tu das nicht.

Rechner A sagt, 1800 Kalorien maximal jeden Tag. Rechner B hingegen schwört darauf, dass Du auch mit 3000 Kalorien noch abnimmst. Solche Rechner sind nie genau. Niemals. Sie sind meistens nicht mal ein guter Richtwert.

Aber die anfänglichen Kalorien sind gar nicht mal so wichtig, wie Du vielleicht glaubst.

Das klingt widersprüchlich, aber lass es mich erklären.

Es reicht, wenn Du mit einem ungefähren Überschlagswert anfängst. Wichtiger ist, wie Du weitermachst, welche Anpassungen Du vornimmst.

In meinem Artikel 7 Dinge, auf die Du beim Abnehmen mit über 100 Kilo achten musst, habe ich eine simple Formel aufgestellt, mit der Du deinen Kalorienbedarf ansatzweise herausfinden kannst.

  • Frau: [Körpergewicht] x 17 (aber mindestens 1400, maximal 2100 Kalorien)
  • Mann: [Körpergewicht] x 19 (aber mindestens 1700, maximal 2300)

Diese Formeln und Richtwerte gelten für Menschen über 100 Kilo. Es gibt hier einen Maximalwert, weil mehr Körpergewicht irgendwann keine höhere Kalorienzufuhr mehr rechtfertigt.

Für Menschen zwischen 70-100 Kilo halte ich folgende Formeln für sinnvoll:

  • Frau: [Körpergewicht] x 19 (aber mindestens 1400)
  • Mann: [Körpergewicht] x 21 (aber mindestens 1700)

Ich weiß: Um einen genauen Kalorienbedarf auszurechnen, müsste man noch die Aktivität im Alltag, das Alter, den Muskelanteil und, und, und einbeziehen. Aber der Sinn dieser Formel ist es, einen Anfangswert zu errechnen.

[blank_space height=’3em’]

[thrive_leads id=’1091′]

[blank_space height=’3em’]

Mit dem Wert der Formel kannst Du starten. Schaue dann nach 1-2 Wochen, wie es läuft. Hast Du zu viel Hunger? Dann iss ein wenig mehr. Nimmst Du kaum was ab? Dann iss etwas weniger.

Unter dem Strich: Starte mit einem Überschlagswert mithilfe der Formeln. Es ist nicht so wichtig, mit wie vielen Kalorien Du beginnst. Es ist viel wichtiger, die richtigen Anpassungen vorzunehmen.

8. Kann ich ohne Sport abnehmen?

Können? Ja.

Aber nur weil Du es kannst, heißt es nicht, dass Du es solltest.

Solange Du ein Kaloriendefizit erzeugst, wirst Du abnehmen. Das kannst Du auf 2 Wege erreichen:

  1. Mehr Kalorien verbrennen. Wenn Du Dich mehr bewegst – mehr Sport machst -, verbrennst Du mehr Kalorien.
  2. Weniger Kalorien aufnehmen. Wenn Du weniger isst, nimmst Du auch weniger Kalorien auf.

Die Verbindung von beidem ist natürlich ideal, aber es ist nicht zwingend nötig. Du kannst auch wunderbar abnehmen, wenn Du einfach nur weniger Kalorien aufnimmst.

Ich halte Sport aber dennoch für sinnvoll. Aus folgenden Gründen.

  1. Es geht schneller. Wenn Du weniger Kalorien aufnimmst UND gleichzeitig mehr verbrennst, erreichst Du dein Ziel natürlich schneller. Wenn Du auf Sport verzichtest, musst Du längere Zeit Diät halten, um das selbe Ergebnis wie mit Sport zu erreichen. Je länger die Diät dauert, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Du irgendwann aufgibst.
  2. Es lehrt Durchhaltevermögen. Wer langfristig abnehmen will, aber von vornherein Sport ausschließt, hat vermutlich nicht das Zeug dazu, durchzuhalten. Wenn Du keinerlei Sport machst, lässt Du den inneren Schweinehund gewinnen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Du ihn dann auch früher oder später bei der Ernährung gewinnen lässt.
  3. Es gibt für jeden eine Sportart. Falls Du nicht ins Fitnessstudio oder Joggen gehen willst, ist das kein Problem. Es gibt hunderte verschiedene Sportarten. Eine davon gefällt Dir garantiert. Und selbst, wenn nicht: Sogar Spazierengehen verbrennt einiges an Kalorien. Egal, was Du machst, Du bist jedem meilenweit überlegen, der auf der Couch sitzen bleibt.
  4. Sport ist gesund. Wir alle sitzen heutzutage viel oft und lange. “Sitzen ist das neue Rauchen”, sagt man. Unsere Körperhaltung verschlimmert sich nach und nach, weil wir oft vorgebeugt auf einen Bildschirm starren. Ich weiß, dass man sich darüber im Moment wenig Gedanken macht, aber das kann Du ernsthaften Konsequenzen im Alter führen. Sport hilft, gegen die Folgen des Dauer-Sitzens anzugehen.
  5. Es reicht schon sehr wenig. Du kannst schon mit 1 Stunde Sport in der Woche ziemlich beeindruckende Resultate erzielen. Das ist eine Stunde von 168. Ich behaupte, dafür hat jeder von uns Zeit.

Unter dem Strich: Kannst Du ohne Sport abnehmen? Ja. Und wenn ich ehrlich bin: Ohne Sport abzunehmen ist immer noch besser, als gar nicht erst anzufangen. Aber schon sehr wenig Sport trägt große Früchte. Versuche einfach mal, 2-3 Sporteinheiten die Woche einzubauen. Und wenn es nur 10 Minuten pro Einheit sind.

9. Helfen Proteinshakes wirklich beim Abnehmen?

Ja und Nein.

Ich persönlich bin ein sehr großer Fan von Proteinshakes. Sie

  • sättigen stark mit sehr wenig Kalorien
  • sind vergleichsweise günstig
  • reduzieren den Heißhunger
  • sind eine einfache Methode, mehr Protein zu essen

Sie sind aber auch nichts Magisches.

Ich dachte früher, dass mir quasi sofort extreme Muskelberge wachsen, wenn ich Proteinshakes trinke. Das machen ja immerhin die ganzen Bodybuilder. Da muss das doch auch für mich funktionieren.

Fehlanzeige. Leider.

Ein Proteinshake ist ein ganz normales Lebensmittel. Es handelt sich dabei um ein Nebenprodukt der Käseherstellung. Mehr nicht.

Stell Dir vor, Du würdest ein Stück Putenbrust essen. Das kommt auf’s Selbe hinaus. Proteinpulver ist kein besonderes Lebensmittel, das für starken Muskelaufbau oder Fettverlust sorgt.

Ich empfehle sie allerdings dennoch für jeden, der abnehmen will. Sie eignen sich wunderbar als Mahlzeitenersatz oder Snack zwischendurch. Einfach shaken, trinken, fertig.

Darüber hinaus schmecken sie heutzutage fantastisch, ohne zu viele Kalorien zu liefern. Ein Shake mit Schokoladengeschmack kann sicherlich das ein oder andere Verlangen nach Süßem stillen.

Es macht also auch kaum einen Unterschied, welches Du kaufst. Ich empfehle für den Anfang dieses Proteinpulver, da es hervorragend schmeckt und stark sättigt.

Unter dem Strich: Proteinpulver helfen nicht direkt beim Abnehmen, aber indirekt. Sie liefern hochwertige Proteine, sind vergleichsweise günstig, sind schnell zubereitet und sättigen sehr stark, ohne viele Kalorien zu liefern. Ich empfehle jedem ein Proteinpulver, der abnehmen möchte.

10. Warum habe ich nicht abgenommen? Ich habe nur 500 Kalorien gegessen!

Das höre ich immer und immer wieder. Ich drücke es mal so aus: Wenn Du wirklich nur 500 Kalorien gegessen hättest, hättest Du auch abgenommen ????

Entweder

  • Du warst nicht ehrlich zu Dir (“Das Bisschen Schokolade zählt doch wohl nicht!)
  • Oder Du hast Dich nicht richtig gewogen. Ja, da kann man durchaus Fehler machen

Kennst Du den Energieerhaltungssatz?

Das ist ein Naturgesetz. Energie kann nicht einfach verschwinden oder entstehen. Keine Ausnahme. Wenn Du wirklich nur 500 Kalorien isst, wirst Du abnehmen.

Aber bevor wir weitermachen, müssen wir den Begriff “abnehmen” erst einmal definieren.

Üblicherweise definiert man “abnehmen” wie folgt: Die Zahl auf der Waage wird kleiner. Das Problem dabei ist, dass die Waage nicht zwischen Fett und Wasser unterscheidet.

Nehmen wir an, Du ernährst Dich Low Carb. Nach 5 Wochen weniger Kohlenhydrate beschließt Du, mal einen Tag wieder richtig viele Kohlenhydrate zu essen (sonst wird man ja wahnsinnig!). Selbst, wenn Du dabei in deinem Kalorienrahmen bleibst (Du also kein Fett zugenommen hast), wird Dir die Waage am nächsten Tag sagen, dass Du zugenommen hast.

Warum?

Weil Kohlenhydrate Wasser speichern. Wenn Dein Körper lange Zeit nur wenig Kohlenhydrate bekommen hat, hat er auch viel Wasser verloren. Wenn Du dann wieder welche isst, wird wieder Wasser im Körper gespeichert. Das ist aber kein Fett und sollte Dich nicht beunruhigen.

Das Problem ist nur, dass das die Waage nicht interessiert. Sie wird Dir eine höhere Zahl anzeigen.

Und Du kennst die übliche Reaktion darauf. Panik. ????

Das Selbe passiert, wenn Du an einem Tag wesentlich mehr Salz isst, als an einem anderen. Du wirst Wasser speichern, dass Du früher oder später auch wieder verlierst, aber die Waage sagt erst einmal, dass Du zugenommen hast.

Die wesentlich bessere Definition von “abnehmen” lautet also: Fett verlieren. Denn darum geht es uns am Ende des Tages.

Und wenn Du wirklich nur 500 Kalorien an einem Tag gegessen hast, wirst Du Fett verlieren, garantiert (Danke, lieber Energieerhaltungssatz).

Verlässliche Wiegeergebnisse erzielen

Meine Empfehlung lautet daher:

  1. Nimm Maße. Miss 1 Mal die Woche an 3 verschiedenen Stellen deines Körpers Deine Umfänge, beispielsweise Po, Bauch und Oberschenkel. Wenn die Waage sagt, dass Du zugenommen, Du aber an Umfang verloren hast, besteht kein Grund zur Sorge.
  2. Wiege Dich 1 Mal die Woche, nicht täglich. Alle Tage sind unterschiedlich. Mal isst Du mehr Salz, mal weniger. Mal speichern Hormone mehr Wasser, mal weniger. Du solltest immer versuchen, den gleichen Zustand zu messen.

Es macht einen Unterschied, ob Du Dich montags nach dem Frühstück oder Donnerstags vor dem Abendessen wiegst. Du kannst in dem Zeitraum abgenommen haben, aber durch all die oben genannten Faktoren wird Dir die Waage kein verlässliches Ergebnis anzeigen.

Meine Empfehlung: Wiege Dich immer Sonntag morgens, in Unterwäsche nach dem Klogang. So eliminierst Du die Wahrscheinlichkeit, dass Salz, Hormone oder sonstiges das Wiegeergebnis verfälscht. Versuche 2-3 Tage vor dem Wiegen keine Schummelmahlzeit zu essen. Mach das idealerweise nach dem Wiegen.

Wenn Du also sicherstellst, dass Du dich richtig wiegst, wirst Du auch mit 500 Kalorien abnehmen. Ganz sicher ????.

Falls nicht, warst Du nicht ehrlich zu Dir.

Ehrlichkeit abnehmen
Bist du wirklich ehrlich zu dir?

Das ist das Problem bei vielen. Sie reden sich ein, sie hätten nur 500 Kalorien gegessen, aber blenden die Naschereien aus. In den seltensten Fällen ist gespeichertes Wasser das Problem. Die meisten lügen sich selber an.

Unter dem Strich: Stelle erst einmal sicher, dass Du Dich richtig wiegst. Wenn Du das tust, wirst Du mit 500 Kalorien abnehmen, definitiv. Das ist ein Naturgesetz, von dem es keinerlei Ausnahmen gibt. Du musst ehrlich zu Dir sein: Hast Du wirklich nur 500 Kalorien gegessen, oder doch vielleicht genascht?

Abschließende Worte

Hast Du schon mal Monopoly gespielt?

Dann weißt Du sicherlich, dass ein Spieler immer die Bank ist, der das Geld austeilt. Stell Dir deinen Körper wie diesen Bänker vor.

Er gibt Dir immer Geld, wenn es Dir zusteht und Du es Dir verdient hast. Er merkt es aber sofort, wenn Du versuchst die Bank auszutricksen und in einem stillen Moment ein paar Scheine entwenden willst.

Dann klopft er Dir sofort auf die Finger und bestraft Dich.

Was ich damit sagen will: Abnehmen ist wirklich simpel und fair. Wenn Du Dich an die Spielregeln hältst, wirst Du das Spiel auch gewinnen.

Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesem Monster-Artikel helfen. Es war jedenfalls definitiv eine Menge Arbeit, ihn zusammenzustellen.

Habe ich etwas vergessen? Hast Du noch offene Fragen? Dann schreib sie in die Kommentare und ich beantworte sie Dir gerne!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.